Die rote Hölle von Tenterfield

Dienstag, 01.04.2014

Tenterfield.

Wenn ich diesen Namen höre zieht sich ein kalter Schauer über mein Rücken.
Reflexartig fasse ich an meine Knie und habe sofort Phantomschmerzen, wie bei einem Kriegsflashback.

Dieser Eintrag wird den kompletten Monat März abdecken, denn solange war ich dort. Unglaubliche 4 1/2 Wochen auf dem Paprikafeld.
Aber alles vom Anfang.

Mit dem Bus ging es also 10h  von Sydney nach Norden. Eine normale Strecke in Australienverhältnissen.
Zur sympatischen Zeit von 4:30Uhr kam ich dann auch an und wurde von Julie abgeholt und zum Hostel gebracht.
Julie und Jim. Den beiden gehört das Arbeitshostel und der dazugehörige Carvanpark.
Aus dem Internet wurde ich schon gewarnt, dass man in dem Hostel wohl viele Regeln hat und recht einfach raus gewurfen werden kann.
Ich hatte ja keine Ahnung.

Jim ist vom Typ her eher so Arschloch. Ach Gott, meine Vulgärsprache kommt ab und zu hoch.
Ich würde ja unsympahtisch sagen, aber das wäre ein absoluter Euphemismus.
Eigentlich wird selbst das Wort "Arschloch" viel zu inflationär benutzt. So wird es Jim eigentlich nicht gerecht, aber bevor dieser Eintrag eine 5 seitige Hasstirade wird, belass ich es mal hiermit mit der Beschreibung dieser Charakter.
Die Regeln im Hostel waren dann auch recht eindeutig erklärt. Küche ab 20:30Uhr geschlossen, Rausgehverbot ab 21:30Uhr und bei Verstoß rausschmiss oder Geldstrafe.
Außerdem noch 20 andere, welche jetzt überflüssig zu erwähnen sind.
Jim wurde es Gott sei dank auch ni langweilig diese Regeln stehts Lautstark zu wiederholen.
Julie war da anders. Julie wollte hauptsächlich unser Geld haben und uns nicht rauswerfen.
Um mal ein Beispiel zu nennen: Einer wurde doch tatsächlich rausgewurfen, weil er sich nach 20:30Uhr einen Apfel aus dem Kühlschrank holte, welcher nicht mal direkt in der Küche stand.
Wir Bewohner nannten unser Hostel liebevoll "Alcatraz" und versuchten den beiden aus den Weg zu gehen.

Die Bewohner waren auch das beste an dieser Zeit. Eine bunte Schaar aus aller Welt. Schotten, Engländer, Schweden, Holländer, Süd Koreaner, Chinesen, Belgier, Franzosen (-.-), Deutsche und Italiener. Das machte das Leben dort eigentlich relativ erträglich, denn egal wie schlecht die Bedingungen auch waren: wir hatten spaß.
Ich habe hier einige wirklich gute Freunde gefunden.

Damit komm ich mal zum Job. Paprika pflücken.
Entscheident ist eigentlich nur zu wissen, dass Paprika auf dem Boden wächst, ca. auf Schienbeinhöhe und in ewig langen Reihen, als riesige Felder.
Diese Reihen sind wir durch gegangen. Gebückt, auf Knien, gekrochen. Je nachdem welche Tageszeit es war konnte man unser ca. 22 Mann starkes Team in verschiedenen position sehen. Paprika in den Eimer, Eimer zum Eimerjungen und die Eimerjungen reichen sich die Eimer bis zum Traktor wo die Paprika in große Behälter (ca. 1,50mx1,60mx1,20m) gekippt werden. Von diesen Behältern machen wir dann je nach Tagesform 60-80Stück, was etwa 20 Tonnen entspricht.

Das jeden Tag. 7Uhr-15:30uhr. Montag bis Sonntag.
Oder auch nicht.
In diesen Zeiten arbeiteten wir nur die ersten 10 Tage. Dann kamen verhäuft Tage wo wir "frei bekamen", nicht arbeiten durften. Am Anfang freut man sich noch über Einen, aber die Tage nahmen zu.
Und so saßen wir im Hostel, nicht erlaubt Abends weg zu gehen, nichts drum herum und warteten auf mehr Arbeit, sodas man auch wirklich was verdienen kann.

Wir nutzen die Tage manchmal um Ausflüge zu machen, Fußball zu spielen, Pokern oder ein Monopolyspiel nach dem anderen auszutragen. Hierbei war ich auch wirklich erfolgreich.
Letztendlich aber konnte ich trotz harter Arbeit nur wenig Geldsparen, da wöchentlich einiges für die Unterkunft, den Transport zur Farm und Essen drauf ging.
Jede Woche motivierte ich mich neu, noch etwas zu bleiben um den Rest meiner Reise finanzieren zu können und so zog sich dieser Job bis Anfang April.

Dann verließ ich Tenterfield jedoch wirklich!
Zwar mit nicht annähernd so viel Geld wie erwartet, aber doch mit einigen Erfahrungen reicher und dem gewissen, den vllt. schlimmsten Job meines Lebens schon hinter mir zu haben! Auch schön!

Ne echt große Echse Ausflug auf den Bald Rock Team Capsicum! französische Fahrkünste Das gefangenen Lager

Von Sydney nach Newcastle und zurück.

Samstag, 01.03.2014


Jeffrey und Victoria fuhren uns nach Sydney.
Der überwiegende Gedanke dabei war eins: Emily und ich hatten vor uns zu Trennen.
Emi hatte nicht mehr alt zu lange in Australien und ich musste mal wieder Arbeiten (also für richtiges Geld). Außerdem wollte ich mir Sydney immer für den Schluss meiner Australienreise aufheben, da ich von dort aus ja nach Hause flog.
Wir wurden also direkt an unterschiedlichen Punkten rausgelassen.
Emily bei Rob (dem Sohn von Leuten, welche wir im Känguroo Valley kennengelernt hatten) und ich am Bahnhof, da ich direkt nach Newcastle weiter wollte.
Nach 5 Monaten Arbeiten und Leben am anderen Ende der Welt ist so ein Abschied nicht so ganz leicht. Aber wir wollten uns wiedersehen, nachdem Emi mit der Ostküste fertig war und ich genug gearbeitet hab.

Intelligenter Weise hatte ich für Newcastle kein Hostel gebucht und stellte auf dem Weg nach Sydney fest, dass alle Hostel ausgebucht waren. Aufgrund eines Eminem Konzerts und irgendeines Football Spiels leider auch in Sydney…
Gott sei dank wusste ich, dass Marcel in Sydney ist. Marcel hab ich in Melbourne kennen gelernt und ist wohl einer meiner besten „Australienfreunde“. Und er konnte helfen. Denn der gute Marcel hat ne Freundin mit Wohnung in Sydney und diese Wohnung hat ein Wohnzimmer und dieses Wohnzimmer hat einen Boden und der wurde mein Bett. Perfekt.
Also eine Nacht in Sydney, dann nach Newcastle.
Wenn man nur eine Nacht in Sydney ist, diese Nacht auch noch Freitags ist, dann stört es einen nicht, wenn man schon recht kränklich die Nase rümpft.
Ein wenig trinken, bisschen feiern sollte doch drin sein, nicht übertreiben…


- Black out-


Ich wache am nächsten Morgen mit tierisch Kopfschmerzen, Fieber und ohne mein Abendessen vom Vorabend auf. Scheiße.
So nach Newcastle war ne schlechte Idee.
Gott sei Dank gab es ja noch Emily….mal wieder!
Rob, wo Emily wohnte, hatte noch ein Bett frei und ich zog für ein paar Nächte zu ihnen um mich erstmal Gesund zu pflegen.
Die Wohnung lag in einer von Sydneys besten Gegenden und Rob war unglaublich nett, witzig und hatte eine Vorliebe für Deutschland. Perfekt.
Die Tage vergingen recht unspektakulär. Emily umsorgte mich wie Mutti und nach nur 3 Tagen machte ich mich wirklich auf nach Newcastle.
Hier bitte nochmal den Abschiedsteil von Oben durchlesen…. Und merken!

Newcastle war garnichtmal so hässlich, wie alle Leute sagten.
Der große Hafen (wo man laut Museum Sand nach Hawaii transportiert!) war eindrucksvoll, die Strandpromenade hatte Abwechslungsreiche Steilklippen und Parks zu bieten und in der Innenstadt gab es täglich 2h kostenlos Wifi für Jedermann. Nur mit den Jobs sah es schlecht aus.
Wo ich auch meinen Lebenslauf abgab, überall sagte man mir, dass schon mind. 10 andere Backpacker da waren. Den Plan nach Sydney in die nächst größere Stadt zu fahren hatten wohl alle.
Im Internet fand ich jedoch unerwartet schnell doch einen Job!
Für 20$ in einem Arbeitshostel in Tenterfield Paprika pflücken. 8h am Tag, 7 Tage die Woche.
Der Grund, warum ich diese damals so ultimative Nachricht recht emotionslos darstelle wird im euch bald deutlich werden… ich sag nur: Mittlerweile ess ich keine Paprika mehr!

Trotzdem nahm ich den Job und plante, wie man nach Tenterfield kommt. Das Städtchen lad 10h weiter Nördlich und der Bus fuhr nur von Sydney aus.
Also wieder zurück. Und wohin? Zeit Emily an zu rufen…

Nur eine Nacht wollte ich bei Rob und Emily bleiben und diesmal blieb es auch dabei.
Allerdings hatten wir ein ziemlich volles Programm.
Am Abend gingen wir zu der Ultra reichen Familie aus dem Känguroo Valley, wo wir Fenster geputzt haben. Emily sollte Babysitten, ich war Begleitschutz vor den verzogenen Gören.
Dieser Ausdruck klingt für eine 5 und eine 7 Jährige vllt. überzogen. Wenn man aber ein eigenes Spielzeugzimmer hat, was einem Toys’re us Laden gleicht, dann wird man wohl automatisch verzogen.
Tut mir Leid, Leser, aber ich hab keine Lust auf die Kinder weiter ein zu gehen. Gott sei Dank war das hauptsächlich Emilys Job und eigentlich hab ich ja nichts gegen Kinder. Aber gegen die beiden hatte ich Vor allem nichts Wirksames!

Also beschreib ich mal lieber das Haus. Die Hausherrin selbst beschrieb es mit: „Ahh, unser Haus ist so klein im Vergleich zu dem Pool“.
Damit hat sie auch irgendwo recht. Aber nur weil der Pool so groß ist!
Eine 25m Schwimmbahn (natürlich nicht in die Erde gegraben, sondern oben drauf gesetzt), welche mit der Wasserkante genau unter den Fenstern der Küche abschnitt. 3 Etagen, 2 Einkleidungszimmer und so weiter. Wir durften essen was wir wollten und bei den 2 voll gerappelten Kühlschränken taten wir das auch.
Zu erwähnen ist nur noch eins: der Hund. Hundebabys sind ja in der Regel niedlich. Aber dieses Geschöpf war wohl die Krönung der Niedlichkeit! Nur 3 Wochen alt, mit perfektem Gesicht und Fell…ich will den Preis dieses Hundes garnicht schätzen.
Immerhin hatte ich also auch was zum spielen, wärend Emily sich mit den Gören streitet. Hast du gut gemacht Emi! :D
Bevor man hier aber noch schlecht über mich denkt oder mich gar als faul bezeichnet hier nur eins: Emi wurde dafür bezahlt, ich nicht! ;)

Am nächsten Tag nahm Rob uns dann noch mit seinem Boot raus. Er war stolzer Besitzer eines schwimmenden Gefährts und ebenso von einem Luftreifen, welchen man hinter dem Boot herziehen konnte. Das ganze war ein unglaublicher Spaß und mit der Kulisse der Skyline von Sydney im Hintergrund macht das doch noch mehr Spaß!
Gegen Abend machten wir uns dann auf Richtung Bahnhof.
Der Weg dahin war nochmal Highlight, denn in Sydney war gerade das Weltgrößte Fest von Homosexuellen. Wir erhaschten ein paar Blicke auf unglaublich kreativ dekorierte Menschen und Umzugswagen und kamen fast zu spät zum Bus.
Hier kam es dann zur 3. und vor erst letzten Abschiedsszene. Diesmal auch wirklich.
Traurig war es immernoch, aber langsam hatten wir ja Übung darin. So wie in fast all den Dingen die wir gemeinsam überwunden haben.
Aber wir wussten, wir sehen uns in Australien noch mal wieder.
Und für mich wartet jetzt erstmal etwas anderes auf mich…

„Die rote Hölle von Tenterfield“

To be continued.

Newcastle Gebaut um mich draußen zu halten! Anlage aus dem 2WK Küste von Newcastle Und nochmal Und nochmal! Danach reicht es auch ;) Hund!

Das Kangaroo Valley - Teil 2

Freitag, 28.02.2014

Grüße Gemüse,

Die Zeit bei Alex und John kann man eindeutig als bis dahin luxuriöseste bezeichnen.
Fließend Wasser, Strom, Internet, ein eigenes Haus und das delikate Essen von Alex.
Man gewöhnt sich doch recht schnell an solch Bequemlichkeiten und somit viel der Abschied auch schwer.

Trotzdem fuhr Alex uns Mittwochmorgen zum Grundstück der Leveys, nur wenige Kilometerchen die Straße weiter.
Die Leveys haben wir auf dem „Dorf-Sekten-fieses-Ritual-Picknick“ kennen gelernt und wurden von Alex direkt als potenzielle Arbeitskräfte vorgeschlagen. Auch wenn wir es eigentlich nicht geplant hatten, aber ein paar Tage länger in diesem Tal zu bleiben konnte sicherlich nicht schaden.

Nun folgend: Emilys und meine Gedankenkette, welche wir hatten, als wir zum ersten mal das Grundstück sahen:

mhm schön hier – mhm recht groß – oh Kühe – oh auch Pferde – oh Katze – oh Hund – oh Hühner – oh da geht das Grundstück noch weiter – oh ein Teich – oh ein riesiges Haus – oh großer Traktor – oh große Scheune – oh das gehört auch noch alles dazu? – oh Boot – oh kleiner Traktor – wow maßgeschnittene Hecken – wow wir haben ein eigenes Haus – oh noch größer – oh riesiger Gemüsegarten – oh Fluss – wow das dahinter gehört denen auch noch – wow das ist ein Rasenmäher? MEINS!

Um es kurz zu fassen: Wenn der Geruch von Kuhfladen und Blumen nicht die Luft erfüllt hätten, dann wahrscheinlich der Geruch nach Geld.
Das Grundstück der Leveys ist an Schönheit, Größe und Luxus wohl kaum zu übertreffen (Spannender Aufhänger für Später: doch, ist es.)
Das Haus war ähnlich wie ein 3-Seiten Hof aufgebaut und erinnerte schon auf ersten Blick an eine Villa, wie man sie nur aus James Bond Filmen kennt, wo der böse Bösewicht sich mit seinen Millionen aus dem Drogengeschäft niedergelassen hat, um seine bösen Pläne zu planen.

Und um es auch mal Voraus zu nehmen, wir sind bei den Leveys versackt. Soll heißen, aus dem geplanten Aufenthalt von ein paar Tagen wurde 1 Woche …. 2 wochen…. 3 wochen… knapp 4 Wochen.
Die Gründe dafür scheinen offensichtlich. Sind sie auch, war einfach geil da.
Allerdings machte man uns auch das Angebot extra zu Arbeiten um sogar noch etwas Geld zu bekommen und die Reisekasse aufzupäppeln.
Also arbeiteten wir. Das können wir ja mittlerweile. Und zwar überall, alles und so viel es ging.

Heckescheiden, Rasenmähen, Fenster putzen, Zaun streichen, Beete anlegen, Bienennester entfernen, Hauswände putzen, Wegplatten kärchern , Teich putzen, mehr Zaun streichen, Scheune abreißen, Sättel ölen, Unkraut zupfen (wobei das Unkraut mal eben eine Größe von gut 2m erreichen konnte), Stall ausmisten, Tiere füttern, NOCH MEHR ZAUN STREICHEN, ICH HASSE ZAUN STREICHEN, Feuerstelle anmalen, Wohnung putzen und und und…

Das klingt jetzt irgendwie nach Stress und einer harten Zeit. War es aber absolut nicht. Die Ruhe in diesem Tal, die Umwelt, der entspannte Umgang mit John und Victoria. Die Arbeit hat Spaß gemacht und gerade die Abwechslung hat jeden Tag recht einzigartig werden lassen.
Außerdem hatten wir auch noch einige Freizeit, da unsere beiden Hosteltern ab und zu mal in ihre Wohnung nach Sydney fuhren und uns das Haus für ein paar Tage allein ließen.
Wir nutzen die Zeit um im Fluss baden gehen, mit Julia zum 7 Meilen Strand zu fahren oder einfach nur das Grundstück zu erkunden.
Nach etwa 2 Wochen sind wir dann von unserer Ferienwohnung in das eigentliche Haupthaus umgezogen, da die Ferienwohnung vermietet werden sollte. Falls jemand mal Interesse hat dort zu nächtigen, nur schlappe 500$ pro Wochenende. ;)

Im Haus zu wohnen hatte dann noch einen ganz eigenen Flair. Wir hatten noch viel mehr Kontakt mit den beiden, sprach viel Englisch und bekamen wirklich mal ein Einblick in das Australische denken.
Hin und wieder kamen auch Freunde zum Abendessen vorbei und erzählten von ihren eigenen Reiseerfahrungen. Jeffrey kommt ursprünglich übrigens aus Süd Afrika und Victoria aus England.

Highlight unseres Aufenthalts war auf jeden Fall die Känguroo Valley show. Einmal jährlich trifft sich das ganze Tal um das dickste Huhn, die größte Karotte und das schnellste Pferd zu küren. Ebenfalls gab es Bullenreiten und das klassische Jahrmarktgedösel.
Und Heystacking – zu deutsch Heuballenstapeln.
Diese „Sportart“ kann man wohl als australische Tradition bezeichnen, wenn man bei der gerade mal ca. 250 Jahre alten Besiedlungszeit von Tradition sprechen kann.
Jetzt kamen wir sogar selbst zum Einsatz. Absolut unfreiwillig wurden Emily und Ich in die Teams mit eingetragen (bekamen die Startgebühr vom Dorfältesten bezahlt) und haben selbst am Kontest teilgenommen. In 3er Teams ging es darum, so schnell wie möglich 20 Heuballen (oder eher Heuquader) als Pyramide zu stapeln und wieder zurück zu tragen. Klingt einfach, war anstrengend wie sau.
Ich war im Team mit dem Dorfältesten und einem weiteren Einwohner der Kategorie Hobby-Bier-trinker, hatte die falschen Schuhe an, keine Handschuhe, der Boden war rutschig, das Heu fiel auseinander, die anderen sind eher gestartet und NUR über unserer Strecke hat es die ganze Zeit geregnet und gedonnert…vollkommen unerwartet haben wir nicht gewonnen. Spaß gemacht hat es trotzdem unglaublich. (Notiz an mich selbst, mehr Sport machen, weniger Tim Tams!)

Nun aber mal zu der Heldin des Abends – Emily, the Rock-Terminator mit den Bullenwaden...
Emilys Team wurde Erster. Glorreich, eindeutig, unglaublich überlegen, absolut verdient mit 1 sekunder Vorsprung vor dem einzigen anderem Team in der untersten Kategorie: Frauen!

Spaß bei Seite, die waren ziemlich gut. Und zur Belohnung gab es auch mal eben 150$ für das Team!!! (in Worten Einhundertfünfzig!!!
(In Backpackerworten: EEEINNNHUUNNDEERRTTFÜÜÜÜNNFFZIIGG).
Emily hatte auch noch ihre Spendierhosen an und somit ging das Bier, Eis und Pommes am Abend auf sie. Vielen Dank dafür!

Damit ist der Großteil unserer Zeit da erzählt…fast.
Ich erwähnte oben bereits, dass Grundstück und Haus der Leveys noch zu toppen ist.
Victoria und Jeffey planten wieder ein Wochenende in Sydney zu verbringen und wohl per Zufall wuste Victoria, dass ein Nachbar jemanden zum Fensterputzen sucht.
Wir prostituieren uns ja sowieso für jeden Scheiß, also wurden wir empfohlen. Für einen Stundenlohn von unglaublichen 20$ sollten wir also an 2 Tagen für die Nachbarn Fenster putzen.
Insgesamt 16h arbeiteten wir da (viele Fenster und noch mehr Fliegengitter, welche mit je 6 Schrauben immer an und abgeschraubt werden wollten) und durften das Haus von Andrew und Claudia kennen lernen (Emily, wenn du das ließt, bitte schreib mal die richtigen Namen als Kommentar drunter…ich hab keinen blassen Schimmer wie die hießen^^).
Die beiden waren nett, hatten 2 kleine Mädchen und gab uns sogar Mittagessen und Getränke.
Vor allem waren sie aber reich. Und zwar nicht ziemlich reich wie Alex&John oder wirklich reich wie Victoria und Jeff. Die waren ultra Reich! Das Haus war vllt. nicht größer, lag aber mit Blick über das ganze Tal und war sowieso nur ein“ Wochenendhaus“. Sie haben noch eins in Sydney (welches im nächsten Eintrag eine Rolle spielt) und eins in Canada. Warum denn auch nicht?
Wieso die so viel Geld hatten, obwohl sie. beide erst 30 waren? Keine Ahnung. Wir tippen hier nochmal auf unglaublich böse Bösewicht. ;)

Der Februar endetet und so auch unsere Zeit im Känguroo Valley und dieser Eintrag. Es umgibt micht das Gefühl diese unglaubliche Erfahrung nicht annährend voll Ends beschrieben zu haben. Ich könnte noch viel mehr schreiben, von Schlangen, meinen Erfahrungen als Klempner, anderen Dorfbewohner, Abrissarbeiten etc. Aber dann hab ich ja Nichts mehr zu erzählen, wenn ich wieder da bin. Das wär ja doof! ;)


MEIN Rasenmäher Die Feuerstelle  Teil des Gartens, wir durften alles essen Ein Teil des Hauses Der Pool der Nachbarn! Frei zu benutzen Unsere Wohnung

Das Kangaroo Valley - Teil 1

Freitag, 31.01.2014

Mahlzeit,

Nachdem ich mich durch die dicke Staubschicht auf diesem Blog gekämpft habe, kann ich euch endlich mal wieder einen Eintrag präsentieren. Außerdem kann ich versprechen ab jetzt regelmäßig und pünktlich Einträge zu schreiben! ... ha, glaubt ja eh keiner.
Aber mal kurz Soße auf den Kuchen: Nachdem viele Beschwerden eingegangen sind, dieser Blog würde vernachlässigt werden oder gar seinen Sinn verlieren möcht ich mal dafür entschuldigen.
Gleichzeitig sei aber auch gesagt, dass ich viel lieber damit beschäftigt bin wirklich was zu erleben, anstatt davon zu erzählen.
Im Moment gibt es aber mal nicht alt zu viel zu entdecken, weshalb doch tatsächlich mal der ein oder andere Eintrag hier kommen könnte.
und los.


Canberra war in vieler Hinsicht ein harter Brocken für Emi und mich. Teuer, langatmig, zu viel Stadt und teuer. Geld sparen, ins Gründe und alles bitte verpackt mit ner ordentlichen Portion Abwechslung wäre ganz nett. Wir fanden diese Wünsche in Form von Wwoofing.
Nochmal zur Erklärung, wwoofen heißt arbeiten für Unterkunft und Essen.
Solche Hosts findet man überall in Australien.

Über die Seite helpx.com (dank an Chris für den grandiosen Tip!), fanden wir auch recht schnell Alex und John.
Also ging es auf, mit dem Bus ein paar Stunden nördlich von Canberra,in ein ziemlich einzigartiges Tal.
Nachdem wir es ganz grandios geschafft hatten eine Station zu weit zu fahren, sammelten uns unsere Hosteltern ein und wir fuhren mit dem Auto zu ihrem Grundstück mitten im Tal.
Das Kangaroo Valley ist sehr naturbelassen, bietet unglaubliche Ausblicke und lockt mit einem kleinen, aber sehr charmanten Dorfkern viele Touristen an.


Bevor die beiden beschlossen sich im Alter von 60 Jahren mal in ein komplett neues Gebiet zu wagen, der Viehzüchtung, lebten beide Jahrelang auf Schiffen, bzw. arbeiteten. John war 8 Jahre auf der Yacht des Gründers der Bäckereikette"le crobac", als Capitän tätig. Ziemlich beeindruckent was die beiden zu erzählen hatten und genauso beeindruckt waren sie von unseren Erfahrungen.
Wir verstanden uns auf anhieb sehr mit ihnen und fühlten uns in unserem Heim pudelwohl.

Naja, wie auch sonst bei einem eigenen Bungalow, mit Internet, Küche, Bad und alles in komplett neu?!
Frühstück machten wir uns selbst, zum Mittag machten wir uns alle zusammen Sandwichs und Abends verwöhnt Alex uns mit ihren Kochkünsten.
Bei einem guten Oetinger erfuhren wir so einiges über ihr Leben und planten unsere Arbeit.

Arbeiten mussten wir ja auch. Meißtens nur 4-5h am Tag, jedoch machten wir so oft Pause, dass sich unsere Arbeitszeit meißt über den ganzen Tag zog. Das störte uns aber herzlich wenig, denn die Arbeit draußen macht einfach Spaß.
In der Regel beschäftigten wir uns damit, Steine in den Traktor zu laden, oder Graßnarben um zu pflanzen.
Spannend wurde es jedoch, wenn wir die Kühe auf die verschiedenen Weiden getrieben haben, oder Bäume fällten! Das Gefühl an einem Seil zu ziehen, ein lautes knacken zu hören und zu realisieren: der Baum da kommt irgendwie auf mich zu....witzig!

Ebenso witzig und kreativ waren die Namen der Kühe. Meine lieblinge waren eindeutig 42, 124, und 125... naja.

Ab und zu kamen auch mal Nachbarn vorbei, halfen dabei den Kühen neue Ohrtags zu verpassen und einfach nur zum quatschen.
Nachdem wir etwa 1 Woche bei Alex und John waren und eigentlich langsam weiter ziehen wollten, nahmen sie uns mit auf ein Dorfpicknick. Genau genommen waren es die Bewohner der Wattamolla Straße, welche sich aller paar Monate zum allgemeinem gelaber trafen.
Anders kann man diese etwas Sekten mäßige Zusammenkunft nicht beschreiben. Zwar waren alle durchaus nett und wir erzählten an dem Abend bestimmt 100mal wer wir sind, wo wir herkommen und was wir machen, aber komisch war es irgendwie schon.
Eine "band" mit dem Durchschnittsalter von 120 Jahren sorgte passend für Stimmungsvolle Musik *hust* und machte unser Misstrauen irgendwie perfekt.
Gelohnt hat es sich trotzdem, denn wir wurden den Leveys vorgestellt, unseren potenziellen nächsten Gastgebern!

Außerdem lernten wir Julia und ihre Familie kennen. Julia ist 21, wohnt in Sydney, ist in dem Tal aufgewachsen und spielt Quidditch. ja, da Quidditch von Harry Potter und nein, ich werde das jetzt nicht erklären. Bei Interesse einfach  googeln!
Sie lud uns später sogar noch ein mit ihr reiten zu gehen und wir genossen ein Bier mit ihrer Familie. Jetzt hab ich zwar einen eigentlich ziemlich netten Tag in zwei Sätze gepackt, aber mehr zu erzählen gab es da irgendwie auch nicht.

So vergingen die Tage und nach 10 Nächten kam schon der Abschied.
Für unsere erste wwoofing Erfahrung hätten wir uns eigentlich keine bessere Hosts als Alex und John vorstellen können!
Vielen Dank an die beiden!

Ausblick vom Grundstück MUH! muh! (man merke, das muh ist klein...) Unsere Wohnung

Canberra 14.01.2014 – 18.01.2014

Mittwoch, 15.01.2014


Vorbericht:
Canberra ist die Haupstadt von Australien. (ne, nicht Sydney!).
Mit Beginn des 20. Jhr. vereinigten sich die Kolonien Australiens zu einem gemeinsamen Staat und es galt eine Hauptstadt zu wählen. Melbourne und Sydney waren natürlich ganz heiße Kandidaten, konnten sich aber nicht einigen, wer die goldene Nase verdient hat. Was also tun, wenn sich 2 riesige Metropolen anbieten den Job zu übernehmen?
Genau, ganz australisch, jeglichen Konflikt vermeiden und eine 3. Stadt aus dem Boden stampfen: Canberra.
Die Planstadt wurde also nach und nach aus dem Nichts geklöppelt, mal eben ein 11km langer Stausee angeplätschert und 1927 weihte man das provisorische Parlament ein.
Demnach hat Canberra keine historischen Attraktionen und ist vielmehr eine Regierungsstadt, anstelle eines Touristenzentrums.
So lässt sich die allgemeine Meinung anderer Reisenden und selbst australischer Einwohner über meinen geplanten Besuch in Canberra auf folgendes, elementares Vokabular fokussieren:
Hä? Wasch willscht du denn da? (eng: „hö? Whoad do ya wänd där?“)
In meiner jugendlichen Glorie ließ ich mich natürlich nicht von der Masse blenden und behielt meinen Plan bei….

Mit dem Bus ging es also von Melbourne nach Canberra.
Vorher mussten wir nur unser Auto sauber machen und abgeben…und weil einfach so einfach ist, brauchten wir auch nur knapp 2h zum Auto putzen. Man waren wir Messis.
Ziemlich unerwartet wurde das Auto trotzdem ohne zu murren zurück genommen. Puh.

Wir hatten unseren Bus über die Nacht gebucht (clever wie wir sind, wollten wir gleich eine Nacht einsparen). Dementsprechend kamen wir allerding auch zur sozialen Uhrzeit von 4Uhr morgens an. Einchecken konnten wir erst ab 12Uhr.
Mit großen Augenringen und etwas Spucke im Mundwinkel machten wir uns also daran schon mal etwas das gerade erwachende Canberra zu erkunden.
Bereits zu dieser Frühen Morgenstund ließ sich die prägendste Eigenschaft für unseren Aufenthalt in der Hauptstadt erkennen: scheiße heiß’e, Kinder!
Während unseres kompletten Aufenthalts hatten wir eine Durchschnitts Temperatur von etwa 40°C.

Sight seeing macht halt echt kein Spaß, wenn man dabei schwitzt wie Olli Honeß vorm Steueramt…zu Fuß! Trotzdem konnten wir uns hin und wieder aufmuntern durch die Häuserschluchten zu wandern.
Die größte Tagestour führte mich einmal quer durch die Stadt zum (kostenlosen) Botanischem Garten, der mit allerlei australischem Grünzeug warb.
Erst dort stellte ich fest, dass der Großteil der Attraktion wegen zu hoher Brandgefahr geschlossen war. Würg.
Ansonsten besuchten wir noch das War Memorial, das größte Millitärsmuseum Australiens, welches durchaus einiges zu bieten hat. Zum Beispiel eine Klimaanlage!
Nein, Spaß bei Seite. Die Ausstellung war durchaus Sehenswert und es tat gut sich mal wieder etwas Bildung über das Haupt zu gießen.

Fazit: Sie wurden alle geblendet! Canberra ist wunderschön und der vllt. tollste Ort ganz Australiens! Wäre ich nirgendswo anders gewesen, sondern nur in Canberra, dann hätte sich meine Zeit trotzdem gelohnt! …. Aber nochmal hin muss ich nicht ;)

Viecher überall Blick vom Museum, über den See zum Parlament Australische 2. WK Propaganda

Urlaub im Urlaub aka. back to the roots

Dienstag, 14.01.2014

2014!

Und ich sitze immernoch in Melbourne! Verdammt!
Das war ja alles nicht so geplant.
Naja, irgendwie läuft ja nix so, wie ich es geplant hatte. Jetzt jedenfalls wollte ich endlich mal weg aus Melbourne.

Nachdem wir 6 Wochen lang fast jeden Tag gearbeitet hatten, wollten wir uns mal Urlaub gönnen. Also beschlossen Emily und ich uns ein Auto zu mieten.

Gesagt, getan und los ging es.
8 Tage lang, nach Westen über die great ocean road bis zum Grampians National Park.
Ich könnte euch jetzt jeden Tag beschreiben. Ich hätte von unglaublichen Steilklippen, atemberaubenden Wanderungen durch den Regenwald, leeren Autobatterien, Duschen unter Wasserfällen, Essen kochen über offenem Feuer, Trampelpfäden die auf hohe Berge führen oder jede Menge Tieren zu erzälen.
Zwar bin ich zweifelsohne ein Meister der bildlichen Sprache :P, aber ich würde es nicht schaffen, all diesen DIngen gerecht zu werden. Stattdessen gibt es diesmal einfach nur eine Menge Bilder.

Viel Spaß beim angucken.

Da ging sie los, die Great Ocean Road Erste Übernachtung: Johanna Beach Unser Vehikel Der erste Morgen: da war wohl das Licht an Bushwalk durch den Otway National Park    12 Apostel, GOR London Bridge, GOR Der Bogen (The Arch) Auch irgendwo an der GOR The Grotto - GOR Th-th-th-thhhhh-THUNDER Cave GOR Känguru, es folgt: ein bisschen australische Tierwelt Penguin...der schläft nur ;) Mein erstes tödliches Tier: Bienen! Mal ne etwas größere Echse Ein See auf dem Weg zu den Grampians Durch den Busch Mt. Williams - Grampians Mt. Zero - Grampians Touris vor den MacKenzie Falls (Man beachte die passende Wanderkleidung ;) ) Balconies

Weihnachten und Silvester

Mittwoch, 01.01.2014

Frohe Weihnachten und guten Rutsch!

....


nachträglich.

Mittlerweile sind alle wohl gut im neuen Jahr angekommen und haben sich guten beschenken lassen.
Ich auch und zwar so:

Zwei Tage vor Weihnachten. hatte ich ziemlich genau, absolut keine Idee wo ich die Feiertage verbringe.
Die Eingebung nach Apollo Bay zu gehen hatte ich bereits. Aber wer hätte es gedacht, als ich am 22. Abends in den örtlichen Hostels anrief und nach einem Bett fragte, da war schon alles ausgebucht.

Glücklicher Weise entschieden sich Michi, 2 Italiener und eine Südkoreanerin, welche ich noch aus dem YHA-Hostel kannte, spontan ein Auto zu mieten.
Innerhalb weniger Stunden landete ich auf einmal in einem Nissan Micra. Zu fünft mit einem 10-Mannzelt, Bier, Kostümen und Badehose ginge es zum Strand nach Apollo Bay.

So verbrachten wir den Großteil der Feiertage am Strand, vor dem BBQ, im Zelt oder in der Stadt/Dorf. Das an der berühmten Great Ocean Road liegende Städtchen lebt ausschließlich vom Tourismus und an sich eigentlich wenig Sehenswert.
Die örtliche Umgebung dafür um so mehr.

Eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen, denn wir lebten einfach in den Tag und ich genoss es, mal ein paar Tage nicht arbeiten zu müssen. Alles weitere beschreibt eigentlich das Video von folgendem Link:

http://www.youtube.com/watch?v=ILGzclZoEKI

Die Tage vom 27.- (einschließlich!!!!) 31.12 verbrachten wir dann wieder hart arbeitend.
Doch letztendlich kam auch hier der letzte Tag und mit dem letzten, verdammten Weinbaum endete meine Zeit als professionelle Wine-graft-hand!

Aufgrund unserer Arbeit waren wir am New Years Eve erst gegen 17 Uhr im Hostel und hatten nur Zeit für eine kurze Dusche. Denn dann wackelten wir in großer Gruppe (eine Menge Leute von Apollo Bay) in einen Park in Melbourne.
Der ganze Park war voll mit Menschen und die Atmospähre erinnerte eher an ein Festival im Sommer. Sehr komisch. Silvester auf der Wiese, mit kurzen Hosen und Sonnenbrille.

Nach ein paar geselligen Stunden machten wir uns auf um 24uhr wieder in unserem Hostel zu sein. Dort wollten wir vom Dach aus das Feuerwerk über der Stadt beobachten...
Wir verpassten ein paar Bahnen, kamen in den Massen nur langsam voran und schafften es natürlich nicht pünktlich zurück!

2014 begann für mich also mitten auf der Straße, 5 min vor dem Hostel. Egal, den Großteil konnten wir dann noch vom Dach aus sehen und schön war es auch so!

Tja, somit gingen all die Feiertage endlich zu ende und ich befand mich am ersten Januar (schon wieder) im YHA-Metro in Melbourne. Nur diesmal ohne Job und bereit die Stadt endlich zu verlassen.... doch wohin?


Auf dem Weg nach Apollo Bay Unser letzter Weingarten. 3000 getapte Bäume in 3 Tagen. Der Blick vom Camping Platz Weihnachtsmänner im Wasser Weihnachtsmänner als Pyramiede Weihnachtsmänner...wie nennt man diese Position? Betrunken? ;) Der Weihnachtsbaum Unser Rentierauto, das Zelt und ein Bamberger (;

Healesville und Tasmanien (13.-19.12.13)

Sonntag, 22.12.2013

Tach!

Wie der aufmerksame Leser vielleicht schon merkt, steht bei mir Vergangenheitsbewältigung an.
Ich versuche verzweifelt anhand meiner mangelhaften Notizen, Fotos und mit Hilfe meiner 3 Gehirnzellen die Ereignisse der letzten Monate zurück zu spulen.
Zu meinem Vorteil wird dabei, dass wir die größte Zeit wirklich mit Arbeiten verbracht haben.

Eventuell verwechsel ich ein paar Orte und Daten, aber der großteil sollte stimmen.

Mexico City, 1745...

Ich streifte mir meinen Hut über, Sattelte mein Pferd und zog mir frische Socken an.
Denn wir verließen mal wieder Melbourne....ähh Mexico.
Für 4 Nächte sollte es in das beschauliche Healsville gehen- ein kleines Kaff mit knapp 6000 Einwohnern, mitten im wunderschönen Yarra Valley.

Wir (emily, olivia, andrew und ich) wohnten in einem Bungalow auf einem Campingplatz. Eigentlich ganz nett, viel Natur und sogar einen Pool gab es. Nur halt eetttwaaas abgeschieden.
Die meißte Zeit verlief auch eher unspektakulär, denn wir sind ja zum Arbeiten gekommen....
Doch am letzten Tag verhalfen uns nette 38°C etwas früher das Feld zu verlassen. Bei der Wärme ist man dann auch recht froh aus der Sonne raus zu kommen und sich überhaupt nicht mehr bewegen zu müssen.
Gegen Abend verließen wir dann aber nochmal unser Domizil. Andrew hatte uns Angeboten mit ihm noch etwas rum zu fahren.

Ohne große Erwartungen stiegen wir ein und erlebten mehr oder weniger unseren ersten Reiseausflug.
Zuerst fuhren wir zu einem nahen Stausse, welcher einer von 3 Seen ist die Melbourne mit Trinkwasser versorgen. Der riesige Damm beeindruckt uns nicht schlecht, aber die tropische Natur auf dem Weg dahin und drumherum war noch viel beeindruckender!
REGENWALD!
Und zwar so richtig. Die Straße schlängelte sich an einem Berghang entlang und alles um uns herum war grün, riesig und verwachsen.
Ein unglaublich Intensiever Geruch stieg einem in die Nase. Sonst kennt man diese Düfte nur aus dem Zoo, doch in dem Wald waren sie noch um einiges Stärker.

Überwältigt und offenem Mund fuhren wir zum nächsten kleinen Dorf. Dort wollte Andrew uns eine Wachsfigurenaustelung zeigen, die er selbst öfter mit seinen Kindern besucht hat.
Die Figuren waren sehr kreativ in die Regenwaldumbegung eingearbeitet und mit viel liebe zum Detail verschmückt.
Noch unglaublicher waren vereinzelte Fotos, welche neben den Figuren hingen. Sie zeigten den Garten aus der Sicht von 2006 - nach einem starken Waldbrand, der eigentlich das ganze Dorf vernichtete.
Nur 7 Jahre später, hatte man die größten Teile des Dorfes, die Ausstellung wieder hergestellt. Und selbst der Regenwald war so schnell nachgewachsen.

Der Ausflug war wirklich lohnenswert und hat uns richtig Sehnsüchtig gemacht, endlich Melbourne zu verlassen.

Am nächsten Tag ging es dann ohne Umschweife weiter.
5:30uhr losfahren, 7:00uhr Melbourne, 10:00Uhr Flugzeug, 11:00Uhr Hobart, Tasmanien.

Der Ablauf dann ähnelte dem in Perth. Auto holen, auf die Farm und arbeiten.
Bis Abends und dann lud uns Julianna auf Pizza ein. Vorzüglich.

Der nächste Tag war dann etwas entspannter. Wir hatten den großteil unserer Arbeit erledigt und fuhren erst 7:00Uhr los.
Bis ca. 10uhr hatten wir auch alles erledigt und waren auf dem weg nach Hobart, der größten Stadt ins Tasmanien.

Dort angekommen hatten wir dann knapp 6h Zeit uns umzukucken.
Ein wenig auf dem Wochenmarkt schlendern, ein Eis verputzen und die eher marode Innenstadt erkunden. Die Stadt konnte mit einem gewissen Charm überzeugen, denn kleine Gassen und Geschäfte gab es reichlich.
Auch wenn die ursprünglich als Stäflingskolonie aufgezogene Insel recht dreckig, im Vergleich zu anderen Orten Australiens, wirkte.
Die Freiezeit  war eine willkommene Abwechslung und wir stiegen, diesmal pünktlich, in den Flieger zurück nach Melbourne.

Noch 5 Tage bis Weihnachten und der Job geht langsam zu ende. Vllt. können wir noch etwas nach Weihnachten arbeiten. Wo es Weihnachten über hingeht steht aber auch noch offen....

Hobart - Hafen Der relativ bekannte und garnicht so schöne Wochenmarkt Der Ausblick vom Haus in Tasmanien Noch mehr Tasmanien Kunst im Garten beim Ausflug mit Andrew Exotische Kreatur Australiens...nein, kein Igel! Mein erster Regenwald! Einer von 3 Dämmen für Melbourns Trinkwasser

Western Australia - Perth und Denmark - Chaos und Vergnügen (6.12.-8.12.13)

Sonntag, 08.12.2013

(Hier bitte eine angemessene Einleitung, diverse Begrüßungsworte und übliche Förmlichkeiten einfügen, mit welchen man einen Blogeintrag beginnt.)

Kartoffel.


4:30 Uhr, Elizabeth Hostel, Melbourne

Aufgrund eines Musikfestivals, welches sehr nah an der Stadtmitte veranstaltet werden musste, waren fast alle Hostels in Melbourne ausgebucht.
So kam es, dass ich am Tag der Abreise nach Perth in einem als eher "weniger qualitativem Hostel" aufwachte.
Die eisernen Federn meiner durchgelegen Matratze spüre ich noch jetzt in meinem Rücken.
Egal, ich hatte eh nur wenige Stunden Schlaf dort zu verrichten, schließlich mussten wir uns schon 5:00 Uhr mit Simon und Andrew treffen.
Diese sollten uns dann zum Flughafen fahren um pünktlich in den Westen aufbrechen zu können.
Nach diversen Aufstehversuchen zu solch einer unsozialen Uhrzeit, erneutem einschlafen, einer mittelgroßen Panikattacke, als die Uhr schon 4:55uhr anzeigte, schafften es Emily und ich absolut vertretbar, fast pünktlich, 5:15Uhr am Treffpunkt zu sein.

So kam es wie es kommen musste... Wir saßen irgendwann im Flugzeug!
Komisches Gefühl. Glaubte ich doch mit dem beim nächsten Betreten eines Fluggerätes den Weg nach Hause antreten zu würden.

Die Maschine war dann unerwarteter Weise extrem leer. Wir hatten eine komplette 9er Sitzreihe für uns und auch im restlichen Abteil waren kaum Menschen anzutreffen.
So kam man relativ schnell mit den freundlichen Bordbegleitern ins Gespräch. Hatte man uns beim Boarding doch schon (nach einem schnellen Blick auf den deutschen Reisepass) auf Deutsch zu unseren Sitzen geleitet.
Wir hatten das Gefühl eine kleine Attraktion zu sein.
Neben kurzweiligen Gesprächen mit dem Personal über unsere Herkunft und ihre Erfahrung mit Deutschland, bekamen wir auch beide ZWEI (!!!) Mittagessen.
Dazu einen kalten Smoothie aus der Business Class und anstatt einen Keks pro Person zu verteilen, griff der Personal Chef mit beiden Händen in das Keksfach und bewarf uns mit etwa 30 Keksen. Geil.

Das war eigentlich schon das Highlight des Tages.
Denn der Rest ist schnell erzählt: Gelandet - Auto geholt - 4 1/2 Stunden südlich nach Denmark gefahren, direkt auf die Weinfarm - Bis in die Dunkelheit gearbeitet - Ins Motel gefahren - Pizza geschenkt bekommen und ins Bett gefallen.

Am nächsten Morgen (Samstag) standen wir extra früh auf und wollten von unserer Arbeit so viel wie möglich an diesem Tag schaffen. Leuchtete als Belohnung doch am Sonntagvormittag etwas Sightseeing zu machen, bevor man zurück nach Melbourne fliegt.
Wir arbeiteten also den ganzen Tag, verzichteten auf Mittag und fielen Abends halb tot ins Bett. Leider hatte uns der Regen ein Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten mehrere Pausen hinnehmen (oh, welch Qual ;) )
Trotzdem lagen wir gut in der Zeit. Also wurden die Wecker erneut auf eine bemitleidenswerte Zeit eingestellt.

Und wieder Regen. Grauenhaft. Doch diesmal gab es keine Gnade. Die geplante Freizeit war schon längst vergessen, doch langsam drückte der Zeitdrang zum pünktlichen Rückflug. Also kämpften wir uns durch die letzten 200 Bäume im nassen, was ungemein mehr Zeit wegspühlt als eingeplant.
Die Rückfahrt wurde auch ohne Pause durchgezogen und so kamen wir noch vertretbar pünktlich, 10min vor Take-off am Check-in Schalter an.

Ne, diesmal nicht vertretbar.

Die liebe Tante in roter Uniform musste sich das Lachen etwas verkneifen, als wir fragten, ob wir nicht noch mit können.
Der Flieger war weg.
Eigentlich weniger dramatisch als man denkt. 150$ Umbuchung auf den nächsten Flug und 8h Wartezeit auf dem Flughafen. Wir mussten ja nicht zahlen.
Wenigstens konnten wir die Zeit nutzen um Perth etwas zu erkunden.
Da der Flughafen wie üblich etwas außerhalb lag, hieß das allerdings nur in den örtlichen Mc Donalds zu laufen und einen Happen zu schnappulieren.
Immerhin es war ein schöner Mc Donalds!

Irgendwann gegen 6Uhr Morgens und einem weniger spannendem Flug landeten wir wieder in Melbourne.
Betrachtet man diesen Ausflug auf seinen nüchternen Fakten, könnte man glatt meinen es war ein Horrortrip.
Doch eigentlich war das ganze recht amüsant, da keiner von uns Dreien jemals die gute Laune verlor. Wie auch? Gab ja hier und da mal Gratis essen.
Leider haben wir nur wirklich keine Zeit gefunden Bilder zu machen....oder waren einfach zu faul.

In den nächsten Einträgen gibt es dafür um so mehr!

Previously on Bastralien

Mittwoch, 04.12.2013

Ich sitze in meinem alt bekannten YHA-Hostel in Melbourne und schlürfe einen Tee.

Gerade erst war ich in einem nahe gelegenem Pub, um das wöchentliche Angebot von 0,50cent pro Chickenwing zu genießen und ein Bierchen zu schlürfen.
Ähnlich wie zur Zeit des letzten Blogeintrags vor fast 3 Wochen.

Nix passiert?
Weit gefehlt!

Um den Eintrag nicht länger werden zu lassen, als die Verordnung der europäischen Gemeinschaft zum Import von Karamelbonbons (25911 Wörter), überspringe ich mal die Woche vom 11.11.-18.11. relativ schnell.
Neben 3 Tagen Probearbeiten bei Julianne (unserer Arbeitgeberin), entspannten Tagen im Park oder Schwimmbad und unnnggllauuublich langweiligen Geschichten von abendlichen Touren mit Parkbänken, Hinterpforten, Goon und Opossums ist eh nix passiert. Und wer will sowas schon hören? ;)

Am Montag, dem 18.11. dagegen starten wir (Viola, Emily und ich) unsere Reise nach Young, einem kleinem Ort in New south Wales.
Zusammen mit Julianna, Ihrem Gatten Simon, dem 52 Jahre altem Ausi und 4 Asiatinnen aus Taiwan, Hongkong und Süd Korea (wo ich mir mal erspare die Namen zu nennen, da ich sie genauso wenig aussprechen wie schreiben kann und ich will ja niemanden beleidigen ;) ) begannen wir endlich unseren Job!

In den 2 Wochen sah der Tagesplan etwa so aus:
5:45Uhr aufstehen, morgendliches Joggen
7:30Uhr Arbeitsbeginn
Zwischen 16Uhr-18Uhr Arbeitsende
Essen machen.
Schlafen.

Klingt scheiße?
Weit gefehlt zum Zweiten!

Die Arbeit macht richtig Spaß. Das erlösende Gefühl, endlich was für die Geldtasche zu tun, die netten Kollegen, ein entspannter Platz im Schatten, Musik aus dem Laptop bei der Arbeit und alles einfach mal in schönster Landschaft Bastraliens!
Dazu kamen fast 2 Wochen Sonnenschein pur und Temperaturen um die 30°!
Hach, was bin ich schön braun gebrannt! :D
Meistens konnten wir außerdem direkt bei der Unterkunft arbeiten, oder fuhren zu verschieden Weingärten - Einer beeindruckender als der Andere!

Außerdem campierten wir in unglaublichen Unterkünften!
Die erste Woche nannten wir ein Haus, fern ab von jeder Stadt und Straße, mitten auf einem Feld unser Eigen! Eigens Zimmer, Queen-size-bed, Fernseher und gut funktionieren Waschmaschinen. Einfach Urlaubsfeeling!

Wir dachten es könnte nicht besser werden, doch unser Appartment in der 2. Stadt, Orange, war noch schöner. Das Bett wurde nochmal größer und wir hatten eine Wohnung für uns Drei allein (nachdem Zwei der Asaiaten den Job vorzeitig beendeten).

Während der Zeit in Young traf ich auch endlich die ersten Kängurus!
Beim morgendlichem Joggen (jaaaaah, man glaubt es kaum. Ich hab mein faules Hinterteil doch ein paar Mal überreden können, etwas für den geplanten Wiedereinstieg in die "Handballkarriere" zu tun ).
Plötzlich standen zwei Exemplare dierekt auf meiner Route und verbeutelten den Weg!
Hab mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd, bis ich die beiden bei dem Versuch sie zu fangen ins Feld vertrieb! :D
Dieses einschneidende Erlebniss wurde allerdings schon bald, fast zur Routine. Denn mittlerweile beträgt mein "Kängurugesehenzähler" bestimmt schon mehr als 30...auf einmal sind die überall und Simon hat es auch fast geschafft eines zu fangen...mit dem Auto auf der Landstraße!

Ansonsten gab es zahlreiche Papageien zu sehen, welche uns beim Arbeiten beobachteten, eine etwa (kleine)Faust große Spinne als Gesellschaft beim Mittag auf der Wiese und jede Menge nervende Zikaden.
Letztgennante Viecher sind eine ziemliche Plage. Auch wenn sie keinen dierekten Schaden anrichten, nahezu ganz Orange musste den ganzen Tag mit der Lärmbelästigung klarkommen! Hass!

Letzten Samstag fuhren wir sogar in die bekannten Blue Mountains und arbeiteten vor einer unglaublich schönen Kulisse. Einfach wunderschön!
Die Zeit in NSW war eine sehr willkommenen Abwechslung zum alltäglichem Großstadtleben in Melbourne.

Seit Sonntag sind wir wieder in Melbourne. Hier arbeite ich jetzt bis Freitag. Dann fliege ich mit Emily und Andrew nach Perth für 3 Tage und fahren von dort in die Stadt Denmark! ;)
Mit dem ersten Gehalt in der Tasche lebt es sich aber erstmal gleich angenehmer!

Die Einträge werden wohl weiterhin sehr unregelmäßig bleiben, denn ich weiß nie wann ich Internet habe und wo genau ich in nähere Zukunft übernachte...thja, passiert! :D

Der Arbeitsplatz - Die Terrasse unseres Hauses in YoungMein Zimmer in Orange - Backpackerstandarts? ;)Tapen der Knospen an die neue Pflanze mit Andrew - Knie oder Rücken, knien oder bücken -> eins von beiden wird zerstörtEin fleißiger, uniformierter Arbeiter und zwei Touris ;)Eine schöne Nervensäge*ziirrrrrrrrrrrrrrrp*Arbeiten in den Blue Mountains

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